SAPV – ambulante Palliativversorgung2016-11-29T10:42:28+00:00

Palliativmedizin – Lebensqualität steht im Mittelpunkt

Für den Betroffenen und dessen Angehörigen ist die Botschaft, dass ein geliebter Mensch nicht mehr geheilt werden kann, ein Schock. Es eröffnen sich viele Sorgen und Fragen um die Endlichkeit des Lebens und die Gestaltung der letzten gemeinsamen Zeit. Eine vergleichsweise junge medizinische Disziplin – die Palliativmedizin – bietet in dieser schwierigen Situation Unterstützung. 1983 eröffnete das Universitätsklinikum Köln die erste Palliativstation in Deutschland. Die Anzahl ist insbesondere in den letzten Jahren beständig auf inzwischen bundesweit über 250 gestiegen.

Als erster Pflegedienst in Einbeck begann vor fast zwei Jahren Pflegedienstleiterin Christine Burgmann und ihr SAPV-Team aus drei fachlich ausgebildeten Mitarbeitern mit der hochwertigen Versorgung. Dabei wird eng mit den Hausärzten, dem Palliativnetz Leine-Solling und dem Zentrum für ganzheitliche Schmerz- und Palliativmedizin im Einbecker BürgerSpital zusammen gearbeitet. Beispielsweise für den Fall, dass ein Patient stationär behandelt oder nach seinen Aufenthalt ambulant zuhause betreut wird, werden direkte Absprachen geführt. Auf diese Weise wird der Übergang für den Patienten so angenehm und unkompliziert wie möglich gestaltet. Christine Burgmann motiviert diese Arbeit jeden Tag aufs Neue, gemeinsam mit ihrem Team den Menschen zu begegnen, in ihren Grenzsituationen zu unterstützen und zu begleiten: „Die SAPV kann dabei einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten und berücksichtigt alle Wünsche der betroffenen Menschen und deren Angehörigen.“

Palliativmedizin ist ganzheitlich. Sie ist gerichtet auf eine bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie deren Angehörigen. Ziel ist die Linderung schwerer belastendender Symptome und Verbesserung der Lebensqualität. Die meisten betroffenen Menschen wünschen sich eine Versorgung in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung. Die erforderliche medizinische Behandlung liegt dann in der Hand des Haus- bzw. Facharztes und gegebenenfalls werden die Angehörigen durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt. In Ergänzung zu dieser sogenannten allgemeinen palliativmedizinischen Versorgung (AAPV) bietet eine spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung (SAPV) Unterstützung, wenn der Krankheitsverlauf zu fortschreitenden therapieresistenten Beschwerden führt. Mit SAPV steht dem Patienten und seinen Angehörigen dann ein spezialisiertes Team (Palliativärzte, palliativmedizinisch geschultes Pflegepersonal, z.T. Physiotherapeuten, Seelsorge etc.) zur Verfügung. Dieses Team ist täglich rund um die Uhr erreichbar und hilft neben seiner ärztlichen und pflegerischen Arbeit auch bei der Koordination von notwendigen Versorgungsleistungen (umfassendes, individuelles Unterstützungsmanagement).

Um eine kontinuierliche Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten, ambulanten Pflege- und Hospizdiensten, stationären Pflegeeinrichtungen, Palliativstationen, Hospizen und SAPV sowie weiteren Berufsgruppen (Seelsorge, Sozialarbeit, Psychologie und Physiotherapie) erforderlich. Sollte die ambulante Versorgung der betroffen Menschen nicht mehr ausreichend sein, ist eine stationäre Aufnahme im Zentrum für ganzheitliche Schmerz- und Palliativmedizin im Einbecker BürgerSpital möglich.